Heraus zum ersten Mai - es ist wieder DUT
Heraus zum ersten Mai! Das Wetter ist schön und es gibt viele Gründe, auf die Straße zu gehen. Vielleicht will man demonstrieren. Vielleicht spazieren gehen oder einfach in den Frühling blinzeln.
Vor einem Monat hatte ich schon mal den DUT thematisiert. Und? Hat dich das motiviert etwas zu ändern? Hast du dich inzwischen digital etwas unabhängiger gemacht? Ja? Prima, dann kommen hier weitere Vorschläge. Nein? Na gut, dann können hier ein paar Ideen.
Nahezu jeder benutzt ein US-amerikanisches Betriebssystem auf seinem Rechner. Es gibt eigentlich nur drei Kosmen. IOS von Apple und Windows von Microsoft sind die der Großkonzerne. Die greifen mehr oder weniger deine Daten ab, schröpfen dich beim Kauf und zwingen dich auch noch, einen neuen Rechner zu kaufen, wenn sie meinen, daß es Zeit ist obwohl der noch perfekt funktioniert und alles leistet, was man braucht.
Außerdem sind sie die DIE Angriffsziele von Hackern weil sie eben jeder nutzt. Und ob Sicherheitslücken geschossen werden und wie schnell, entscheiden die.
Dann gibt es den Kosmos drei: Linux, ein offenes Betriebssystem, meist kostenlos und ohne Spionage. Eigentlich müsste es Linuxe heißen, den es gibt sehr viele sehr verschiedene Varianten. Das ist Freiheit: Vielfältig und anstrengend. Wer jetzt denkt, das sein zu kompliziert, dem gebe ich hier ein paar Empfehlungen.
Zum einen kann man viele Linuxe einfach auf den eigenen Rechner ausprobieren. Das geht virtuell auf der Seite distrosea.com. Da bekommt man einen Eindruck davon, wie sich die Oberfläche bedient. Die virtuelle Maschine, die diese Webseite startet hat aber keinen Internetzugriff.
Nahezu jede Variante bringt aber auch einen Live-Modus mit. Hat man das Betriebssystem auf einen USB Stick gespielt, bootet man von dem. Es startet ein vollwertiges System, das sauber nichts auf der Festplatte ändert. So kann man es auf den eigenen Rechner ausprobieren.
Mein Empfehlung für alle, die von Windows kommen, ist Linux Mint. Das bedient sich wie Windows, bringt alle wesentlichen Programme schon mit, ist sehr stabil und es gibt große Erfahrungen im Netz, wo man gegebenenfalls Antworten findet.
Mag man es noch einfacher und etwas schicker, dann ist vielleicht Zorin OS einen Blick wert. Ganz radikal reduziert ist ElemetaryOS.
Wie man das Betriebssystem auf einen USB-Stick bekommt, erklären sie Internetseiten der Distributionen.
Es gibt noch zig weitere Varianten. Ich selbst habe die eben genannten ausprobiert und kann sie empfehlen. Sehr wichtig bei der Wahl finde ich, das es eine breite Nutzerbasis gibt damit man bei Problem auf den Erfahrungsschatz sehen kann. Eine Auswahlhilfe kann distrochooser.de sein.
Nicht zuletzt sei erwähnt, das Linux meist erheblich weniger Ansprüche an den rechnz stellt. Damit lässt sich vermeintlich veralteter Hardware neues Leben einhauchen.
Ein paar Stolpersteine gibt es aber auch. Zum einen wird nicht jede Hardware unterstützt. Zum Beispiel werden Fingerabdruck-Scanner oft nicht erkannt. Sehr neue Geräte können auch problematisch sein. Und nicht zuletzt gibt es nicht für jedes Programm bei Linux ein Äquivalent. Zwar lässt sich nahezu alles unter Linux erledigen, aber manchmal muss man sich dazu an ein neues Programm gewöhnen. Das kann am Anfang mehr Aufwand bedeuten. So ist Freiheit eben.