Der Klang Japans
Bei keinem Land bisher sind mir so sehr immer wiederkehrende Geräusche, Melodien und Lieder aufgefallen. Hier aber sind manche allgegenwärtig. Damit meine ich nicht Vogelgesang oder Wind und Wellen, sondern ausschließlich menschengemachte.
Sehr bald wenn man in das Land kommt, darf man dem Klang von Bahnübergängen zwangsweise zuhören. Die bimmeln überall gleich und weil es viel Eisenbahn gibt und ausnahmslos alle Übergänge Schranken haben, steht man oft davor. Selbst kleine Nebenstrecken werden gerne im Viertelstundentakt befahren. Da ist die Schranke fast öfter zu als auf. Mit Geräusch.
Die Eisenbahn beschert einem auch das ikonische klackklack klackklack. Bis auf den Shinkansen haben die Schienen ganz klassisch Stöße und sind nicht verschweißt. Das ist in den Tälern prominent zu vernehmen. Hintergrund ist übrigens hauptsächlich, daß nach Erdbeben oder Taifunen eine Reparatur viel schneller möglich ist.
Eine weitere Eigenart hier ist, daß jeder Automat findet, eine Melodie bei Bedingungen wiedergeben zu müssen. Das führt schon mal zu einem akustischen Matschhaufen, wenn mehrere nebeneinander musizieren.
Supermärkte setzen dem die Krone auf. Nicht nur, daß immer irgendeine Musik dudelt - lässt einen das mehr kaufen? Gerne ist das übrigens europäische Klassik oder Jazz. Außerdem steht an jeder Ecke noch ein Werbeaufsteller, der sein eigenes Liedchen singt. Bei mir führt das regelmäßig zu “schnell raus”-Impulsen.
Gerne fahren auch irgendwelche Fahrzeuge durch die Gegend und verkünden aus großen Megafonen irgendeine Botschaft. Bei bunt bedruckten Bussen ist es wohl Werbung. Es gibt aber auch kleine Autos mit diesem akustischen Eifer, die Dörfer und Reisfelder mit ihrem Schall beglücken. Deren Botschaft konnte ich noch nicht entschlüsseln.
Nicht zuletzt sind überall in den Orten Lautsprecher an Masten angebracht, die zu manchen vollen Stunden Melodien spielen. Die Melodie des Big Ben ist dabei, aber auch andere eingängige Tonfolgen.