Stadt Land Fluß

Der Unterschied zwischen Stadt und Land ist enorm. Viel mehr, als ich es von Deutschland kenne. Während die großen Städte, wie Osaka oder Tokio völlig überlaufen sind, ist auf dem Lande und insbesondere in dörflicheren oder abgelegenden Gegenden kaum eine lange Nase zu sehen. In den Städten sind die Sehenswürdigkeiten derart voll mit Touristen, daß wenn man einmal einen Tempel fast für sich allein hatte, keine große Lust verspürt dort lange zu bleiben. Genauso ist es in den Bahnhöfen, Restaurants und Einkaufspassagen. In Kleinstädten sind die ziemlich leer, in den großen Städten unfassbar voll. Die Unterschiede sind so gewaltig, dass man sich in zwei verschiedenen Ländern glaubt. Manche abgelegene Sehenswürdigkeiten wird hier und da von japanischen Touristen besucht wie die 48 Wasserfälle oder die Tempel von Yoshino. Aber Kyoto z.b ist unglaublich voll. Ich persönlich bevorzuge deutlich das ländliche und jetzt merke ich erst was für ein Luxus es ist, frei und ungebunden durch die Reisfelder auf dem Rad segeln zu können.

In den Großstädten sind die guten Jobs, die coolen Läden und die moderne Kultur. Das zieht die Jugend an. Hinzu kommt, das selbst Tokyo im Vergleich zu westlichen Großstädten sehr erschwingliche Mieten hat. Zwar sind die Wohnungen klein, aber kosten selbst in der Innenstadt die Hälfte oder ein Drittel von Paris, London oder Berlin. Dieser Sog ist fatal für kleinere Orte und ländliche Gebiete. Insbesondere bei der geringen Geburtenrate vergreist das Land außerhalb von Tokyo und Co.

Touristen landen zwangsläufig in den großen Städten. Exzellente Zugverbindungen bringen sie dann zur nächsten Großstadt. Wenn man sich etwas informiert, findet man aber schnell heraus, daß sehr viele kleinere Orte problemlos auch öffentlich erreichbar sind. Mein Tipp ist, nicht nur den Werbebroschüren zu folgen, sondern etwas selbst zu recherchieren. Dann eröffnet sich einem ein ganz neues, ruhiges und (ent)spannendes Japan.

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