Geominute
Japans Geographie ist wild. So wild, daß sie einen eigenen Beitrag wert ist. Die Inseln sind fast ein einziges Gebirge. Nur ein Viertel ist halbwegs flach. Die gut 120 Millionen Menschen müssen aber irgendwo siedeln und Nahrungsmittel anbauen. Das heißt, sie drängen sich in den wenigen Ebenen. Diese sind wie auf einer Perlenkette aufgereiht entlang der Seto-Inlandsee von Fukuoka im Süden (am Japanischen Meer) über Hiroshima und Osaka bis zur gigantischen Metropole Tokyo liegt alles wie in einer Linie. In diesen wenigen größeren Ebenen leben 90 % der Menschen. In den restlichen 75 % des Landes der Rest. Das heißt, das Land ist, bis auf diese Ebenen, nahezu menschenleer.
Diese wenigen flachen Landesteile werden daher intensivst genutzt. Gigantische Städte, endlose Ortschaften und Felder ringen um Platz. Kein Quadratmillimeter bleibt ungenutzt.
Andere Landesteile wiederum zu verbinden, ist sehr anspruchsvoll. Die Gebirge steigen oft steil auf. Baut man Straßen und Brücken, müssen diese erdbebensicher sein und die Ebenen sind von Flutwellen, Taifunen und Tsunamis bedroht. All das führt zu ziemlich speziellen Lösungen. Alle Brücken wirken überdimensioniert oder haben eigenartige Aufhängung, eben wegen der Erdbeben. daß dieses Land trotzdem so erfolgreich ist, liegt ebenfalls nicht zu einem geringen Teil an der Geographie. Zwar verhinderten die Berge in der Vergangenheit effektiven Transport, aber die Inlandsee, die entlang der Südostküste von Honshu verläuft, liefert seit jeher einen perfekten Transportweg zwischen den Orten. Sie ist ruhig wie ein See und nach allen Richtungen offen. Gleichzeitig gibt es dort riesige natürliche Häfen, die auch heute tief genug sind, um größeren Schiffen Schutz zu bieten. All das führte dazu, daß der Handel über diese See seit Jahrhunderten perfekt funktioniert und sich damit eine große und wohlhabende Kultur entwickeln konnte.